Menschen in der Krise

Kritiken — admin on Mai 6, 2008 at 09:40

Ambros Waibel wurde völlig zu Recht schon mit Dashiell Hammett und Elmore Leonard verglichen, sein Roman »Leben Lums« gar mit den Müller-Geschichten von Bertolt Brecht. Der gebürtige Bayer und Fauser-Biograph versteht es, seine Leser vor allem durch trockenen Humor und feine Selbstironie zu überzeugen. Nachdem er zunächst vor allem mit journalistischen Arbeiten von sich reden machte, gelang Waibel 2004 mit »Leben Lums« (Verbrecher Verlag), der kaum autobiographischen Geschichte über einen verhinderten Erfolgsmenschen, eine kleine literarische Sensation. »Lum, das sagen viele, die ihn mögen, könnte viel, viel mehr Geld verdienen. Aber, sagen andere darauf, dann wäre er nicht mehr Lum.« Einer trinkt, einer sieht perverse Schlümpfe, einer will schreiben, eine schreibt, einer wird durch Zufall Schauspieler – Waibel beschäftigt sich mit Menschen in der Krise, die allein, aber nicht immer verlassen sind. So auch in »Imperium Eins«, seinem Kommentar zur Gegenwart aus dem alten Rom. Ein panischer Briefwechsel, ein bitteres Kriegstagebuch, eine Absage an den sterbenden Freund, der auch der allmächtige Beherrscher der Welt ist – in drei plastisch und spannend erzählten Begebenheiten aus einer Spätkultur, die vom Chauvinismus zerfressen wird, macht Waibel anschaulich, daß es so auch bei uns nicht weitergehen kann. Denn: »Nicht das Imperium ist schlecht – sondern das Leben selbst, die menschliche Existenz ist negativ.« Da hilft nur die Restaurantketten-Methode: ein Geschmack, eine Weltordnung. Unter der Überschrift »Generation Cäsar« schreibt der Sohn Ciceros einen wütenden Brief an seinen Vater, in dem er ihm vorwirft, sein Kampf um die Republik sei nichts als eine »Geld­angelegenheit« gewesen. Er und seine Altersgenossen hätten genug davon: »Wir scheißen auf die Politik, treffen uns auf kleinen Gütern, singen, dichten und reden die ganze Nacht«, heißt es. Und man darf darin wohl auch eine Beschreibung der Popliteratur der 1990er Jahre sehen: »Wir schreiben über alltägliche Dinge, schöne Dinge, viel über Musik, viel Klatsch und Freiheiten, volkstümlich – aber natürlich ganz unpöbelhaft.« Ambros Waibels Geschichten stecken voll solcher anachronistischer Pointen, und es macht Spaß, sie aufzuspüren. Oder sie sich vorlesen zu lassen. Zum Beispiel heute abend vom Autor selbst: Monarch, Skalitzer Str. 134, Berlin, Beginn 20.30 Uhr.Anschließend legt der Autor auf. (jW)

Und seit wann, sagte einst Max Streibl, ist es in der CSU eigentlich eine Schande, Freunde zu haben. Ich werde mir jedenfalls Mühe geben, mich der ja keineswegs unrichtigen Hymne würdig zu erweisen.

München, mei - Über das “Münchenbuch” des Verbrecherverlags

Bavarica, Kritiken — admin on November 25, 2007 at 20:40

www.welt.de/print-welt/article403370/Kurz_und_knapp.html

Über: My private BRD

Kritiken — admin on November 12, 2007 at 09:19

www.kulturnews.de/knde/index.php?id=957&topic=buecher

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